Story-Adventures

Die Serienformate unter den Videospielen

Der Begriff “Story-Adventure” zeigt bereits, wo der Schwerpunkt bei den Spielen dieser Kategorie liegt.
Gerade im Bereich der Abenteuerspiele wirkt diese Bezeichnung natürlich wie eine Redundanz, schließlich beinhaltet jedes Abenteuerspiel ja auch eine gewisse Story – also wo liegt nun der Unterschied?
Gleich vorweg sei gesagt, diese Kategorie ist eine ziemlich spezielle und es gibt praktisch nur
eine Hand voll Spiele, die hier einsortiert werden können.
Da die hier genannten Spiele aber zum einen von ihrer Art her so einzigartig sind und zum anderen wirklich perfekt für Einsteiger geeignet sind haben wir ihnen eine eigene Kategorie “spendiert” wenn man so will. So laufen sie wenigstens nicht Gefahr, in einer anderen Kategorie unterzugehen und wir können diese Spiele etwas detaillierter vorstellen.

Die Handlungen in “Life is Strange” zeigen uns oft sehr deutlich die Auswirkungen des so genannten “Butterfly Effektes” Story-Adventure Fakten


 

Kleine Geschichtsstunde zu Story-Adventures

Wie erwähnt ist der Bereich der Story-Adventure vergleichsweise überschaubar. Bisher sind alle Spiele dieser Kategorie in mehreren Episoden zusammengefasst in Staffeln veröffentlicht worden und orientieren sich somit (bewusst) ein wenig am Format für Fernsehserien.

 

Screenshot zu “Life is Strange” 1
Im April 2012 gab es die erste Episode des Spiels “The Walking Dead”.
In den folgenden Monaten wurden dazu noch 4 weitere veröffentlicht um die “Season 1” abzuschließen. Das Spiel legte praktisch einen Grundstein für die Story-Adventures.
Ende 2013 gab es denn die “Season 2” von “The Walking Dead”. Auch diese Staffel umfasste wieder insgesamt 5 Episoden in denen die Handlung weiter voran getrieben wurde.
Die dritte Staffel wurde zwischen 2016 und 2017 veröffentlicht und die vierte Staffel ist bereits für 2018 geplant.
Im Jahre 2015 kam mit dem Spiel “Life is Strange” ein weiteres Story-Adventure mit einem gänzlich anderen Umfeld in die Läden.
Auch Life is Strange erschien episodenweise und bildete am Ende eine Staffel aus insgesamt 6 Episoden.
Das Spielprinzip ist grundsätzlich sehr ähnlich zu The Walking Dead, es weist aber weniger “Actionmomente” auf und lässt sich daher ungleich entspannter spielen.
Zu Life is Strange ist 2017 noch ein so genanntes Prequel veröffentlicht worden. Hier spielen wir praktisch eine Handlung vor dem eigentlichen Hauptspiel.
Ein zweiter Teil ist bereits in der Entwicklung und soll ebenfalls 2018 erscheinen.
2016 ist dann noch ein ganz besonderes Spiel erschienen. “That Dragon, Cancer” handelt von einer wahren Begebenheit und beschreibt die Erlebnisse einer Familie beginnend mit der Krebsdiagnose ihres Sohnes.
Das Spiel wurde vom Vater des verstorbenen Jungen entwickelt und ist wohl eines der rührendsten und traurigsten Spiele die es in der Welt der Videospiele je gegeben hat.

 

Was müssen wir in einem Story-Adventure eigentlich machen?

Die meisten Story-Adventures werden in der Regel mit dem Gamepad gespielt. Wir sehen unseren Charakter dabei aus der Perspektive einer dritten Person was hilfreich für die Übersicht in der Spielwelt ist.
Wir können uns diese Spiele tatsächlich im Wesentlichen wie eine Art von interaktiver Fernsehserie vorstellen. Dementsprechend ist der Anteil an Videosequenzen und Dialogen vergleichsweise hoch.
Gegenüber anderen Spielen aus dem Bereich der Abenteuerspiele haben wir dagegen häufig nicht so viel Bewegungsspielraum.

 

In “The Walking Dead” müssen wir sehr häufig über Leben und Tot unserer Begleitcharaktere entscheiden Story-Adventure Fakten

Die Spielabschnitte sind oft klein und wir können uns zwar frei darin bewegen, meist aber nicht viel tun außer eventuell etwas mehr über die Hintergrundgeschichte erfahren.
In der Regel läuft alles auf Dialoge und Interaktionen mit anderen Charakteren hinaus. Wir müssen dabei häufig Entscheidungen fällen die auch oftmals sehr weitreichende Konsequenzen haben. Diese Konsequenzen können dabei zum einen unmittelbar eintreten, sich zum anderen aber tatsächlich auch langfristig auf das Spielgeschehen auswirken.
Unsere Aufgabe wird dabei vom jeweiligen Spiel vorgegeben. So müssen wir z.B. im Falle von “Life is Strange” herausfinden, was es mit unserer “besonderen Gabe” auf sich hat und in welchem Zusammenhang alles mit einem gewissen Sturm steht.
Im Laufe des Spiels ergeben sich dabei viele kleinere Geschichten die wir nach unseren Vorstellungen lösen müssen und die uns praktisch alle durch den größeren “Roten Faden” führen.
Jede Entscheidung die wir treffen hat dabei Auswirkungen auf zukünftige Ereignisse.
Bei “The Walking Dead” ist es sogar so extrem, dass wir uns an vielen Stellen im Spiel entscheiden müssen,
Screenshot zu “The Walking Dead” 2
welchem (von zwei gleichzeitig in der Klemme steckenden) Charakter wir zur Hilfe eilen, der jeweils andere Charakter findet dabei unweigerlich den Tot. Folglich steht er (oder sie) mit eventuellen, individuellen Fähigkeiten nicht mehr länger zur Verfügung was zu einem entsprechend individuellen Spielerlebnis führt.
Viele Entscheidungen die wir in diversen Extremsituationen treffen müssen sind außerdem auch moralisch nicht unbedingt einfach. Der Effekt ist, dass wir oft lange überlegen und auch außerhalb des Spiels (z.B. mit anderen Spielern) über gewisse Entscheidungen diskutieren und Für und Wider gegenüberstellen.

 

Was erwartet uns bei einem solchen Spiel?

Was wir bei Story-Adventures auf jeden Fall bekommen ist eine sehr gute Unterhaltung. Die Spiele sind in kleinere Episoden unterteilt die wir oft in einer überschaubaren Zeit von 1-3 Stunden durchspielen können.
Jede Episode endet dabei mit einer Art “Cliffhanger” (so wie viele Fernsehserien auch) um uns auf die folgende Episode einzustimmen.
Die einzelnen Episoden bilden dann eine Staffel (Season) in der entweder die Handlung abgeschlossen wird, ober aber bestimmte Haupt-Meilensteine erreicht werden auf die dann eine weitere Staffel aufgebaut werden kann (auch ähnlich den Fernsehserien).
Story-Adventures konzentrieren sich auf die Geschichte, unseren Charakter und seine Rolle. Wir führen Dialoge und müssen Entscheidungen treffen die den Verlauf mal mehr und mal weniger beeinflussen.
Wir steuern unseren Charakter in der Regel mit dem Gamepad durch die Spielwelt. Diese Welt ist vom Umfang aber auf keinen Fall mit anderen Abenteuerspielen vergleichbar.

 

Screenshot zu “That Dragon, Cancer 3

 

Die Interaktionsmöglichkeiten sind vergleichsweise begrenzt und dienen oft nur dazu, uns mehr Hintergrundinformationen zur Geschichte und den Charakteren zu geben.
Die Spiele drehen sich auch praktisch nur um die Geschichte. Das einige Gameplayelement was wir vereinzelt antreffen ist das so genannte Quick-Time Event. Diese Events dienen besonders in hektischeren Momenten dazu, die Spannung zu erhöhen und zum Teil zwingen sie uns, schnelle Entscheidungen intuitiv zu fällen.
Das führt dann zu Handlungen, die wir eventuell mit längerer Bedenkzeit so nicht durchgeführt hätten, zeigen uns aber eine ganz bestimmte Seite unserer persönlichen Handlungsweise und Auffassung des Begriffs “Richtig”.
Beispiel: Zwei Personen unsere Gruppe stecken in einer lebensbedrohenden Situation, ein Kind (ohne “nützliche” Fähigkeiten) und ein Mann (der beste Kämpfer unserer Gruppe).
Wir können nur einen der beiden retten, der andere wird sterben.
Retten wir das Kind oder den Mann?
Je nachdem wie wir uns entscheiden, lassen wir also bewusst ein Kind sterben oder es wird uns in zukünftigen Situationen ein wertvoller Kämpfer fehlen… Und das ist nur ein Beispiel von vielen.
Diese Entscheidungen in Verbindung mit der oft sehr packenden Geschichte machen Story-Adventures so besonders. Diese Spiele beschäftigen uns häufig noch lange nach dem eigentlichen Durchspielen. Treffen wir andere Spieler, lassen sich die einzelnen Entscheidungen wunderbar kontrovers diskutieren und bieten wirklich viel Gesprächsstoff.
Screenshot zu “The Wolf Among us” 4
Zusätzlich laden diese irreversiblen Entscheidungen mit ihren entsprechenden Konsequenzen dazu ein, das Spiel mehrfach durch zuspielen um die Handlung mit anderen Entscheidungen eventuell in einer geänderten Form zu erleben.
Diese Spiele legen kaum einen Fokus auf die wesentliche Steuerung der Figur. Es wird von uns also praktisch gar kein Geschick im Umgang mit Gamepad oder Maus/Tastatur gefordert. Auch müssen wir nur in den seltensten Fällen eine Handlung unter Zeitdruck ausführen.
Zusätzlich wird vor “kritischen” Abschnitten stets ein Speicherpunkt angelegt so dass wir bei einem Fehlversuch direkt einen neuen Anlauf unternehmen können.
Der Anteil von Rätseln ist vergleichsweise gering. Zwar müssen, ganz Adventure-typisch, gewisse Situationen von uns gelöst werden, die Aufgaben sind dabei aber stets recht überschaubar und die Lösung meist sehr naheliegend.
Meist dienen solche Abschnitte nur dazu, dass wir uns mit einem bestimmten Aspekt der Geschichte etwas genauer befassen sollen und nicht, die Geschichte unnötig in die Länge zu ziehen (denn das wäre eher Kontraproduktiv).

 

Tipps für Videospiel-Anfänger

Spiele der Kategorie Story-Adventure eignen sich ideal für Einsteiger.
Durch den niedrigen Anspruch an die Steuerung, die meist geringen Systemanforderungen und den fast schon alleinigen Fokus auf die Geschichte, sollten selbst absolute Videospieleinsteiger kaum Probleme beim eigentlichen Spielen haben.
Die Tatsache, dass diese Spiele zusätzlich in kleine Episoden aufgeteilt sind, macht es für Einsteiger ebenfalls leichter. So kann das Spiel in vergleichsweise kleinen “Häppchen” gespielt werden und man läuft weniger Gefahr, den roten Faden der Geschichte zu verlieren.
Da jede Episode mit einem Rückblick beginnt und mit einem Ausblick endet, weiß man automatisch, wo man sich gerade in der Haupthandlung befindet.
Diese gute Übersicht über die Handlung und die Einteilung der einzelnen Aufgaben macht es gerade Einsteigern leicht, sich entsprechend zurechtzufinden.
Story-Adventures sind darauf ausgelegt, uns eine tolle Geschichte zu erzählen und uns zum Nachdenken anzuregen, Spielelemente, die uns von der Geschichte ablenken würden (z.B. Kletterpassagen, Kämpfe etc.) würden solche Spiele nur schlechter machen und daher wird darauf auch konsequenterweise verzichtet.
Screenshot zu “Game of Thrones” 5

 

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Quellenangaben

[Titelbild]“Life is Strange” von Sisko. CC By-Sa 3.0 ©2015 Square Enix

[1] “Life is Strange” von Tr1nity. ©2015 Square Enix

[2] “The Walking Dead – Staffel 2” von Benjamin Braun. CC By-Sa 3.0 ©2013 Telltale Games

[3] “That Dragon, Cancer” von schlammonster. CC By-Sa 3.0 ©2016 Ryan Green & Josh Larson

[4] “The Wolf Among Us – Episode 4” von Tr1nity. CC By-Sa 3.0 ©2014 Telltale Games

[5] “Game of Thrones – Staffel 1” von Tr1nity. CC By-Sa 3.0 ©2015 Telltale Games